Art des Projektes
Wohin ist Gott?
Journalistisch
Umsetzungsrahmen
Studium
Eine uralte Suche
„Wohin ist Gott? (…), ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet – ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder!“ – Mit diesen Worten sprach Friedrich Nietzsche 1882 in seinem Werk Die fröhliche Wissenschaft von einem epochalen Wandel. Nietzsche brachte bereits vor über 140 Jahren das zu Papier, was viele Menschen heute auch sagen würden: Wissenschaft und Aufklärung haben die Welt des Übernatürlichen entzaubert und traditionelle Gottesvorstellungen bei vielen Menschen aufgelöst.
Doch Nietzsche mahnte, dass der Mensch den kalten Wind des Nihilismus nicht ertragen würde – eine Welt ohne Seins-, Erkenntnis-, Wert- und Gesellschaftsordnung. Ihm war klar, dass neue Götzen aufsteigen würden. Die Beispiele, die Nietzsche meinte, sind uns auch heute noch gut bekannt: Kapitalismus, Sozialismus, Nationalismus bis hin zu menschenfeindlichen Haltungen wie den Antisemitismus. Aber kam mit den neuen Götzen wirklich das Ende des Gottesglaubens? Nein! Heute ist Nietzsche tot, Gott hingegen lebt. Ganz gleich, ob man mit Gott ein Konzept oder etwas Absolutes meint. In den westlichen Gesellschaften ist zwar ein zunehmend säkularer Trend zu beobachten, doch weltweit wächst die Religionszugehörigkeit sogar. Etwa 84 % der Weltbevölkerung gehören heute einer religiösen Gruppe an – es ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Religion weiterhin eine wichtige Rolle im Leben vieler Menschen spielt.
Eine uralte Suche
Und obwohl viele westliche Gesellschaften zunehmend von einer säkularen Weltanschauung geprägt sind, zeigt sich, dass religiöse Praktiken nach wie vor gut dafür sind, auf zentrale Bedürfnisse Antworten zu finden. Manche finden im Pilgern die Gelegenheit, sich selbst zu begegnen und in Kontakt mit ihrem Inneren zu kommen. In der Meditation finden Menschen Raum, um vom hektischen Alltag Abstand zu gewinnen, ihre Gedanken zur Ruhe zu bringen und emotionale Resilienz zu entwickeln. Beim Gebet kommen manche mit einer höheren Macht, dem Leben an sich oder ihrem eigenen Selbst in Verbindung. Andere bringen beim Yoga Körper und Geist wieder in Einklang. Und so sehr man sich die Perlen „heraus säkularisiert“, so bleiben Yoga, Achtsamkeitspraktiken, Fasten und co., ursprünglicher Bestandteil der Religionen. Sollte man nun Praktiken heraustrennen?
Br. David Steindl-Rast Einfach leben – dankbar leben: 365 Inspirationen, S. 143
Stop Look Go
Mein Gespräch mit Br. David Steindl-Rast über seinen Blick auf die Welt: Ein Mann, der den Krieg noch miterlebte, sich entschloss, Mönch zu werden, zeitweise als Eremit lebte, im Laufe seines Lebens Freundschaften mit Persönlichkeiten wie dem Dalai Lama knüpfte, zahlreiche Bücher schrieb, Ehrenbürger Österreichs wurde und durch seinen TED Talk weltweite Bekanntheit erlangte.


